top of page

 

Nov/Dez 2025
 

< Hardcore Deko - Do Not Disturb >

Vreni Spieser

"Alles fing mit einem kleinen Schild an, das man sich an die Hotelzimmertüre hängen kann, wenn man ungestört bleiben möchte. Es war ein Geschenk aus New York, vor mehr als 25 Jahren, das für Verwirrung sorgte, damals. Ich warf es nie weg. 

Seit 2019 verwende ich die Innenform dieses Schilds als Schablone, mit der ich in meinem Atelier liegen gebliebenes überziehe, mit Zeichnungen und mir Farbflächen. Immer in schwarz und weiss, immer im gleichen Massstab. 

Zwischen grösseren Projekten arbeite ich daran, in den Pausen. 

Nun werde ich im Ortsmuseum die Wände mit dieser Form überziehen. Immer dasselbe, das sich unendlich verschieden kombinieren lässt. Die Form mäandert, transformiert sich, langsam, aber stetig. Immer, wenn ich vor Ort sein werde, kann man mich besuchen und mithelfen, wenn man gerne möchte. Oder auch einfach nur zuschauen." Vreni Spieser Dez 2025

Ein ausführlicher Beschrieb ist im Anhang nach der Bildstrecke (scroll down!)

Bitte auf Bilder klicken für Betrachtung in grösserem Format

Hardcore Deko – Do Not Disturb

 

Der grösste Teil drehte sich um die birnenförmige Innenform eines «Do Not Disturb»-Schildes. Die Rundungen der Form durften kombiniert und überlagert werden und wuchsen zu neuen Gebilden und Mustern, welche an den Wänden des Raumes Schritt für Schritt in Schwarzweiss und linear zu wuchern begannen. Neben der installativen Wandarbeit wurden auch gerahmte Werke der Künstlerin gezeigt, welche aus überarbeiteten älteren Werken (auf Papier und Offset-Druckplatten) bestanden. Mit derselben Schablonenform wurden neue Lagen in Schwarzweiss darüber gelegt und erweckten die Untergründe zu neuem, vielschichtigem und vibrierendem Leben.

 

Phase 1
Spielerisch und intuitiv durften die Besuchenden gemeinsam mit Vreni Spieser in der interaktiven Installation an der Gesamtgestaltung mitarbeiten. Einige Muster und Formen waren bereits im Vorfeld von der Künstlerin auf die Papierbahnen aufgetragen worden, sodass die Besuchenden bei der Eröffnung der Ausstellung nicht ganz vor weissen Wänden standen. Sie durften ergänzen und auch Neues dazusetzen – stets in Schwarz und Weiss und unter sorgfältiger Anwendung der Schablonen.

Waren mehrere Personen im Raum, begann ein Aufeinander-Reagieren, ein Zusammenspiel. Ein weiteres Zusammensetzen von Einzelteilen fand im oberen Stock statt, wo ein Tisch eigens für das Zusammensetzen von Holzpuzzles bereitstand. Die Puzzle-Sammlung von Vreni Spiesers Grossmutter war in sorgfältig erhaltenem Zustand ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausstellung. Dort versammelten sich immer wieder Einzelpersonen oder Gruppen von Besuchenden und bemühten sich gemeinsam in vertiefter Konzentration um das Zusammensetzen der kunstvoll angefertigten Puzzleteile aus Holz.

Während der ersten Phase der Ausstellung durfte zusätzlich Tischrugby gespielt werden. Die runde Form des Tischspiels fügte sich als spannende Ergänzung in die Gesamtanlage ein. Auch dort begegnete man sich gegenseitig in spielerischer, lustvoller und – wie sich herausstellte – sehr unterhaltsamer Form.

Vreni Spieser kreierte eine Anlage, in der sich die Besuchenden ständig aktiv einbringen konnten: mal konzentriert am Zeichnen, mal im wilden Rugbyfieber oder im oberen Stock beim gemeinsamen Rätseln über das Zusammensetzen unterschiedlichster Puzzleteile, wie wir sie von heutigen Kartonpuzzles gar nicht kennen. Die Künstlerin war während der meisten Zeit anwesend und orchestrierte das Geschehen. Sie instruierte zur Arbeit, lud zum Spiel ein, und an manchen Tagen arbeitete und puzzlete sie auch alleine. Das Ortsmuseum war ihr Reich geworden, und immer mehr Bewohnende kamen vorbei und lernten sie kennen.

 

Phase 2
Nach ca. zwei Wochen begann Vreni Spieser, auch Zwischenräume der Muster aufzufüllen. Neue Räumlichkeiten entstanden, und die Besuchenden durften weiterhin mitarbeiten. Das Tischrugby wurde abgebaut. Die Atmosphäre wurde ruhiger und konzentrierter.

 

Phase 3
In der Endphase wurde die Bearbeitung der Wände auf dem erreichten Stand belassen, und einzelne gerahmte Werke wurden zu den Papierbahnen ergänzend dazu gehängt. Der Raum erschien in neuem Glanz und erzählte sowohl von den vergangenen Wochen, als auch über das Werk der Künstlerin. Ein neuer, visueller Dialog zwischen Quartier und Künstlerin wurde sichtbar und bildete einen würdigen Abschluss des Projektes.

  • Facebook
  • Instagram
  • Vimeo
bottom of page